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Privatverkauf: Das Auto ohne Ärger selbst verkaufen

Ein Privatverkauf bringt mehr als die Inzahlungnahme, wenn drei Dinge stimmen: das Inserat, der Vertrag und die Übergabe.

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Sauberes Fahrzeug in Dreiviertelansicht vor neutralem Hintergrund

Zwischen dem, was ein Händler für Ihr Auto in Zahlung gibt, und dem, was ein privater Käufer zahlt, liegt regelmäßig ein vierstelliger Betrag. Dafür kostet der Weg dorthin Zeit, ein paar unangenehme Telefonate und eine gewisse Sorgfalt.

Ein Privatverkauf ist kein Glücksspiel, sondern eine Abfolge. Wer sie kennt, verkauft schneller, teurer und ohne die Geschichten, die man über den Privatverkauf hört.

Vorher: eine Stunde, die sich bezahlt macht

Bevor überhaupt ein Inserat entsteht, gehören drei Dinge erledigt, und sie wirken zusammen stärker als jede Verhandlungstaktik.

  1. Sauber machen, innen gründlicher als außen. Ein aufgeräumtes, geruchsfreies Interieur verändert die Erwartung des Käufers, bevor er den Motor hört.
  2. Unterlagen zusammenlegen: Zulassungsbescheinigung Teil I und II, Serviceheft, Rechnungen, Berichte der Hauptuntersuchung, zweiter Schlüssel, Reifensatz.
  3. Kleinigkeiten beheben, die groß aussehen: durchgebrannte Lampen, eine leere Waschanlage, ein loses Zierteil. Jede sichtbare Kleinigkeit lädt zum Nachverhandeln ein.

Eine fällige Hauptuntersuchung ist der Sonderfall. Ein Fahrzeug mit frischer Prüfplakette verkauft sich spürbar besser und schneller, und der Aufwand liegt fast immer unter dem Abschlag, den ein Käufer sonst dafür ansetzt.

Den Preis festlegen

Suchen Sie mindestens zehn vergleichbare Inserate, gleiches Modell, gleicher Motor, ähnliches Baujahr und ähnliche Laufleistung, und sehen Sie sich an, wo Ihr Fahrzeug darin steht. Das sind Angebotspreise, also rechnen Sie etwas ab.

Holen Sie zusätzlich ein Inzahlungnahmeangebot ein. Es ist der Boden, unter den Sie nie gehen müssen, und macht die Entscheidung zwischen bequem und lohnend zu einer echten Wahl.

Setzen Sie den Preis leicht über Ihrer Schmerzgrenze, aber in derselben Größenordnung wie der Markt. Ein deutlich zu hoher Preis kostet Wochen, in denen das Inserat altert, und danach verkaufen Sie schlechter als mit einem realistischen Startpreis.

Das Inserat, das Anrufe erspart

Ein gutes Inserat filtert vor, statt möglichst viele anzulocken. Es beantwortet die Fragen, die sonst am Telefon kommen.

  • Fünfzehn bis zwanzig Fotos bei Tageslicht, vor neutralem Hintergrund, alle vier Seiten, Innenraum, Kofferraum, Motorraum, Tacho, Reifenprofil.
  • Auch die Mängel fotografieren. Ein sichtbar dokumentierter Kratzer nimmt ihm bei der Besichtigung jede Wirkung.
  • Laufleistung, Anzahl der Vorbesitzer, Termin der Hauptuntersuchung, Zustand der Wartung, letzte größere Arbeiten.
  • Was demnächst ansteht, ehrlich benannt. Das kostet weniger als der Vertrauensverlust, wenn es der Käufer selbst findet.
  • Keine Formulierung, die Sie nicht belegen können, denn zugesicherte Eigenschaften überstehen jeden Gewährleistungsausschluss.

Der letzte Punkt ist der wichtigste im ganzen Privatverkauf. Schreiben Sie unfallfrei nur, wenn Sie es wissen, und nicht, weil Sie nichts vom Gegenteil gehört haben.

Die Anfragen sortieren

Der unangenehmste Teil am Privatverkauf sind nicht die Interessenten, sondern alle anderen. Innerhalb der ersten Stunden kommen Nachrichten, die nichts mit einem Kauf zu tun haben, und es hilft, sie vorher zu kennen.

  • Händler- und Exportanfragen, die pauschal deutlich unter Ihrem Preis liegen und auf Ihre Ungeduld setzen. Höflich absagen und im Inserat vermerken, wenn es zu viele werden.
  • Die Zusage ohne Besichtigung, verbunden mit einer Anzahlung und einem Spediteur, der abholen soll. Niemand kauft ein Auto ungesehen, und diese Geschichte ist immer dieselbe.
  • Angebote, per Scheck, über einen Treuhänder oder über einen Zahlungsdienst zu bezahlen, den Sie nicht vorgeschlagen haben.
  • Nachrichten, die sofort auf einen anderen Kanal wechseln wollen und dort mit einem Link auf eine Bezahlseite ankommen.

Die Regel dahinter ist einfach und trägt durch alle Varianten: Besichtigung vor Ort, Bezahlung vollständig und nachprüfbar, Übergabe danach. Wer eine dieser drei Stufen überspringen möchte, hat einen Grund dafür, und es ist nicht Ihrer.

Besichtigung und Probefahrt

Vereinbaren Sie den Termin bei Tageslicht und an einem öffentlichen, gut einsehbaren Ort in Ihrer Nähe. Lassen Sie das Fahrzeug kalt, damit der Käufer den Kaltstart hört, denn wer darauf besteht, wirkt vorbereitet und nicht misstrauisch.

Vor der Probefahrt lassen Sie sich den Führerschein zeigen und fotografieren ihn zusammen mit dem Ausweis. Fahren Sie mit. Klären Sie vorher kurz, wie Sie es mit der Versicherung halten, denn während der Probefahrt läuft Ihr Vertrag, und ein Schaden trifft Ihre Einstufung.

Nehmen Sie zu einem Termin jemanden dazu, wenn es geht. Das ist keine Übervorsicht, sondern sorgt schlicht für ruhigere Gespräche.

Vertrag, Geld und Schlüssel

Verwenden Sie ein aktuelles Vertragsmuster eines Automobilclubs oder eines Verbraucherportals, nicht einen handgeschriebenen Zettel. Hineingehören beide Personalausweisnummern, die Fahrzeugidentnummer, der abgelesene Kilometerstand, alle Zusagen und der Ausschluss der Gewährleistung.

Beim Geld gilt eine einzige Regel: erst vollständig erhalten, dann Fahrzeug und Papiere übergeben. Eine Überweisung ist gutgeschrieben oder eben nicht, und die Bestätigung auf einem Telefondisplay ist keine Gutschrift. Bei Barzahlung ist die Schalterhalle einer Bank der ruhigste Ort dafür.

Und ein Punkt, der oft vergessen wird: Übergeben Sie beide Teile der Zulassungsbescheinigung. Ohne Teil II kann der Käufer das Fahrzeug nicht zulassen, und Sie stehen dann mitten in einem beendeten Geschäft.

Danach: die Abmeldung ist Ihr Teil

Melden Sie den Verkauf unverzüglich Ihrer Versicherung und der Zulassungsstelle, mit einer Kopie des Kaufvertrags. Solange das nicht geschehen ist, laufen Steuer und Versicherung weiter auf Ihren Namen, und Verstöße des neuen Halters landen zunächst bei Ihnen.

Bewahren Sie Ihre Ausfertigung des Kaufvertrags zusammen mit den Übergabefotos auf, mindestens für einige Jahre. Sie brauchen sie fast nie, und in dem einen Fall, in dem doch etwas kommt, ist sie das einzige, was Sie haben.

Häufige Fragen

Wie viel mehr bringt ein Privatverkauf?

Gegenüber der Inzahlungnahme regelmäßig ein vierstelliger Betrag, abhängig vom Fahrzeug. Holen Sie ein Inzahlungnahmeangebot ein und vergleichen Sie es mit mindestens zehn vergleichbaren Inseraten. Der Abstand dazwischen ist Ihr Gewinn, abzüglich Zeit und Aufwand.

Was muss in den Kaufvertrag?

Beide Personalausweisnummern, die Fahrzeugidentnummer, der abgelesene Kilometerstand, alle Zusagen und der Ausschluss der Gewährleistung. Verwenden Sie ein aktuelles Muster eines Automobilclubs statt eines handgeschriebenen Zettels.

Wie sichere ich die Bezahlung ab?

Erst vollständig erhalten, dann Fahrzeug und Papiere übergeben. Eine Überweisung ist gutgeschrieben oder nicht, und eine Bestätigung auf einem Telefondisplay ist keine Gutschrift. Für eine Barzahlung ist die Schalterhalle einer Bank der ruhigste Ort.

Darf der Interessent allein Probe fahren?

Besser nicht. Lassen Sie sich Führerschein und Ausweis zeigen, fotografieren Sie beides und fahren Sie mit. Während der Probefahrt läuft Ihr Versicherungsvertrag, sodass ein Schaden Ihre Einstufung trifft.

Was ist nach dem Verkauf zu tun?

Versicherung und Zulassungsstelle unverzüglich informieren, mit einer Kopie des Kaufvertrags. Bis dahin laufen Steuer und Versicherung auf Ihren Namen und Verstöße des neuen Halters landen zunächst bei Ihnen. Ihre Vertragsausfertigung heben Sie einige Jahre auf.

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