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Antriebsart wählen: Benziner, Diesel, Hybrid oder Elektro

Die richtige Antriebsart hängt nicht am Zeitgeist, sondern an drei Zahlen aus Ihrem eigenen Alltag.

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Vier Fahrzeuge nebeneinander auf einem Parkplatz in neutraler Umgebung

Kaum eine Frage wird so meinungsstark beantwortet und so selten gerechnet. Dabei ist die Antriebsart eine der wenigen Entscheidungen beim Autokauf, die sich tatsächlich weitgehend aus Zahlen ergibt.

Drei davon reichen: Wie viele Kilometer fahren Sie im Jahr, wie sehen diese Kilometer aus, und können Sie zu Hause laden. Alles Weitere folgt daraus.

Die drei Zahlen zuerst

  1. Jahresfahrleistung. Unter etwa 10.000 Kilometern spielen die laufenden Kosten eine kleinere Rolle als der Anschaffungspreis, darüber kehrt sich das um.
  2. Streckenprofil. Kurzstrecke in der Stadt, gemischt, oder überwiegend lange Fahrten auf der Autobahn. Diese drei Muster führen zu drei verschiedenen Antworten.
  3. Lademöglichkeit. Eine eigene Steckdose oder Wallbox am Stellplatz verändert die Rechnung beim Elektroauto stärker als jede andere Einzelheit.

Wer diese drei ehrlich beantwortet, hat die Auswahl meist schon auf zwei Möglichkeiten verkleinert. Ehrlich heißt dabei: die letzten zwölf Monate, nicht die Fahrten, die Sie sich vorstellen.

Benziner

Der unaufgeregte Standard, und für eine große Gruppe weiterhin die vernünftigste Antriebsart. Er ist in der Anschaffung günstig, in der Wartung einfach, unempfindlich gegen Kurzstrecke und überall zu reparieren.

Er verbraucht mehr als ein vergleichbarer Diesel, besonders auf der Autobahn, und bei hoher Fahrleistung summiert sich das. Für Fahrleistungen unter etwa 15.000 Kilometern im Jahr, viel Stadtverkehr und ohne Lademöglichkeit ist er in der Gesamtrechnung schwer zu schlagen.

Diesel

Der Diesel ist eine Antriebsart für lange Strecken, und außerhalb davon ist er die falsche Wahl geworden.

Auf der Autobahn ist er sparsam und angenehm, mit hohem Drehmoment und großer Reichweite, und für Anhängerbetrieb bleibt er erste Wahl. Dafür braucht er diese Strecken auch: Der Partikelfilter regeneriert sich nur bei ausreichend langen Fahrten mit warmem Motor, und ein Diesel, der überwiegend Kurzstrecke fährt, wird darüber teuer.

Dazu kommen die Unsicherheiten, die keine technischen sind, also Einfahrbeschränkungen in Städten und ein schwer vorhersagbarer Restwert. Wer jährlich deutlich über 20.000 Kilometer überwiegend außerorts fährt, findet hier trotzdem die günstigste Rechnung.

Hybrid, und der Unterschied zwischen den beiden Arten

Hier wird am häufigsten aneinander vorbeigeredet, weil zwei sehr verschiedene Konzepte denselben Namen tragen.

  • Der Vollhybrid lädt sich ausschließlich selbst, fährt kurze Strecken elektrisch und spart vor allem im Stadtverkehr deutlich. Er braucht keine Steckdose und ist für Kurzstreckenfahrer ohne Lademöglichkeit die stärkste Option.
  • Der Plug-in-Hybrid hat eine größere Batterie und wird an der Steckdose geladen. Er fährt je nach Modell mehrere Dutzend Kilometer rein elektrisch und ist danach ein schwerer Verbrenner.

Der zweite lohnt sich genau dann, wenn Sie ihn tatsächlich täglich laden und Ihre üblichen Wege in die elektrische Reichweite passen. Wird er nicht geladen, ist er in der Praxis die teuerste Antriebsart von allen, weil Sie das Gewicht der Batterie mit Benzin bewegen. Diese Entscheidung fällt nicht beim Kauf, sondern jeden Abend.

Elektro

Beim Elektroauto entscheidet die Lademöglichkeit fast alles. Wer zu Hause lädt, zahlt pro Kilometer deutlich weniger als bei jeder anderen Antriebsart und hat zusätzlich die geringste Wartung: kein Ölwechsel, keine Zündkerzen, kein Auspuff, und durch die Rekuperation eine geringe Belastung der Bremsen.

Wer ausschließlich öffentlich schnellladen kann, verliert den größten Teil dieses Vorteils. Der Anschaffungspreis liegt weiterhin höher, der Wertverlust war in den vergangenen Jahren steiler, und im Winter sinkt die Reichweite spürbar, was bei knapper Auslegung stört und bei großzügiger nicht.

Für Vielfahrer mit fester Lademöglichkeit und überwiegend planbaren Strecken ist die Rechnung inzwischen eindeutig. Für jemanden ohne Stellplatz, mit unregelmäßigen langen Fahrten, ist sie es nicht.

Was in fünf Jahren daraus wird

Sie kaufen ein Fahrzeug, das Sie irgendwann wieder verkaufen, und die Antriebsart entscheidet einen guten Teil davon mit. Der Wertverlust ist bei fast jedem Auto der größte Kostenpunkt, und er fällt je nach Antrieb unterschiedlich aus.

Beim Diesel drücken Einfahrbeschränkungen und die politische Unsicherheit den Restwert, ausgerechnet bei den älteren Fahrzeugen, während gepflegte junge Diesel mit hoher Fahrleistung weiterhin Käufer finden. Elektroautos haben in den vergangenen Jahren steiler verloren, was überwiegend an auslaufenden Förderungen und schnellen Modellwechseln lag, nicht an der Technik. Vollhybride halten ihren Wert vergleichsweise stabil, Plug-in-Hybride hängen stark am Modell.

Praktisch folgt daraus kein Verbot, sondern eine Frage an die eigene Planung: Wenn Sie ein Fahrzeug lange fahren, ist der Restwert nachrangig und die laufende Rechnung entscheidet. Wenn Sie in drei Jahren wieder verkaufen wollen, gehört er in die Auswahl, und dann ist ein Leasing gelegentlich die ehrlichere Form, dieses Risiko abzugeben.

Die kurze Zuordnung

  1. Wenig Kilometer, viel Stadt, keine Lademöglichkeit: Benziner, oder ein Vollhybrid, wenn das Budget es hergibt.
  2. Viel Stadt, mittlere Fahrleistung, keine Lademöglichkeit: Vollhybrid.
  3. Feste Lademöglichkeit, planbare Strecken, mittlere bis hohe Fahrleistung: Elektro.
  4. Feste Lademöglichkeit, kurze Alltagswege, regelmäßig lange Fahrten: Plug-in-Hybrid, aber nur mit der Disziplin, ihn zu laden.
  5. Hohe Fahrleistung, überwiegend Autobahn oder Anhängerbetrieb, keine Lademöglichkeit: Diesel.

Und die Gegenprobe, die vor Fehlkäufen schützt: Rechnen Sie für Ihre engste Auswahl die Kosten pro Kilometer über fünf Jahre, also Wertverlust plus Energie plus Versicherung plus Wartung, geteilt durch Ihre Kilometer. Die Antriebsart, die dabei gewinnt, ist selten die, über die am meisten geredet wird.

Häufige Fragen

Welche Antriebsart passt zu mir?

Das ergibt sich aus drei Zahlen: Jahresfahrleistung, Streckenprofil und ob Sie zu Hause laden können. Wenig Kilometer und viel Stadt ohne Lademöglichkeit sprechen für Benziner oder Vollhybrid, feste Lademöglichkeit für Elektro, hohe Autobahnanteile ohne Lademöglichkeit für Diesel.

Lohnt sich ein Diesel noch?

Bei deutlich über 20.000 Kilometern im Jahr und überwiegend langen Strecken ja, und für Anhängerbetrieb bleibt er erste Wahl. Bei viel Kurzstrecke nicht, weil der Partikelfilter ausreichend lange Fahrten mit warmem Motor zur Regeneration braucht.

Was ist der Unterschied zwischen Vollhybrid und Plug-in-Hybrid?

Der Vollhybrid lädt sich ausschließlich selbst und spart vor allem im Stadtverkehr, ohne Steckdose. Der Plug-in-Hybrid hat eine größere Batterie, wird geladen und fährt mehrere Dutzend Kilometer elektrisch. Ungeladen ist er ein schwerer Verbrenner.

Braucht ein Elektroauto eine eigene Lademöglichkeit?

Zwingend nicht, wirtschaftlich fast. Zu Hause zu laden kostet pro Kilometer deutlich weniger als öffentliches Schnellladen, und dieser Abstand ist der größte Einzelvorteil. Ohne Stellplatz und mit unregelmäßigen langen Fahrten ist die Rechnung deutlich weniger eindeutig.

Wie vergleiche ich zwei Fahrzeuge ehrlich?

Über die Kosten pro Kilometer für fünf Jahre: Wertverlust plus Energie plus Versicherung plus Wartung, geteilt durch Ihre Kilometer. Der Listenpreis allein führt regelmäßig zur falschen Antriebsart, weil der Wertverlust darin nicht sichtbar ist.

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