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Höherer Spritverbrauch: Woran es meistens liegt
Ein höherer Spritverbrauch hat selten eine Ursache. Meist sind es mehrere kleine, und zwei davon stehen gerade unter dem Auto.
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Sie tanken häufiger als früher und nichts Offensichtliches hat sich geändert. Keine Warnleuchte, kein merkwürdiges Geräusch, das Fahrzeug fährt sich wie immer.
Ein gestiegener Spritverbrauch hat meist eine unspektakuläre, günstige und kumulative Erklärung. Mehrere Kleinigkeiten kosten je ein paar Prozent, und zusammen ergeben sie einen spürbaren Unterschied an der Zapfsäule.
Erst messen, dann suchen
Beim Spritverbrauch ist der Bordcomputer eine Schätzung und driftet. Bevor Sie einen Fehler annehmen, verschaffen Sie sich eine echte Zahl.
Bis zum ersten Abschalten volltanken, den Kilometerstand notieren, eine Tankfüllung normal fahren, wieder bis zum ersten Abschalten volltanken und rechnen. Das ist Ihr tatsächlicher Spritverbrauch und der einzige Wert, mit dem sich vergleichen lässt.
Machen Sie es zweimal, wenn möglich, denn eine einzelne Tankfüllung kann durch eine ungewöhnliche Woche verzerrt sein. Zwei übereinstimmende Füllungen sind ein Befund, eine ist eine Anekdote.
Die günstigen Ursachen, und das sind die meisten
- Der Reifendruck. Zu weiche Reifen verformen sich stärker und kosten direkt Kraftstoff, und der Druck sinkt über Monate, ohne dass ein Reifen platt aussieht.
- Ein Dachträger oder eine Dachbox, die montiert geblieben ist. Der Luftwiderstand bei Autobahntempo kostet mehr, als die meisten erwarten, und ein leerer Träger fast so viel wie ein beladener.
- Gewicht, das Sie unbemerkt mitfahren. Ein Kofferraum, der zum Lager geworden ist, fährt auf jeder Strecke mit.
- Ein zugesetzter Luftfilter, günstig und oft seit Jahren überfällig.
- Kälte und Kurzstrecke. Ein Motor braucht bis zur Betriebstemperatur deutlich mehr, weshalb der Winterverbrauch tatsächlich höher ist und kein Defekt.
- Dauerhaft laufende Klimaanlage bei niedrigem Tempo, was real ist, wenn auch moderat.
Der Reifendruck ist der Punkt für heute. Er kostet nichts, dauert fünf Minuten und ist die häufigste einzelne Ursache auf dieser Liste.
Hat sich Ihr Fahren verändert?
Bevor Sie das Fahrzeug verdächtigen, sehen Sie sich das Muster an. Ein Jobwechsel, ein neuer Schulweg oder ein Umzug verschieben Sie von gleichmäßigen Strecken in Stop-and-go, ohne dass Sie bewusst anders fahren.
Kurze Strecken sind pro Kilometer erheblich teurer als lange, weil der Motor die meiste Zeit kalt und ineffizient läuft. Dasselbe Fahrzeug, gleich gefahren, kann zwischen einem Autobahnmonat und einem Schulwegmonat deutlich abweichen.
Auch das Tempo zählt, und mehr als die meisten denken. Der Luftwiderstand steigt stark mit der Geschwindigkeit, konstant hundertdreißig kostet auf langer Strecke also spürbar mehr als konstant hundertzehn.
Die technischen Ursachen, die sich zu prüfen lohnen
Ist die günstige Liste abgearbeitet und der Wert weiterhin schlechter, kommen diese infrage.
- Eine Lambdasonde, die ungenau meldet, sodass der Motor fetter läuft als nötig. Ein Klassiker für schleichenden, geräuschlosen Mehrverbrauch.
- Zündkomponenten über ihrem Zenit, was zu unvollständiger Verbrennung führt.
- Eine schleifende Bremse, die dauerhaft bremst und sich oft daran zeigt, dass eine Felge nach der Fahrt deutlich heißer ist.
- Eine verstellte Spur, sodass das Fahrzeug schiebt statt zu rollen, was sich meist zuerst am Reifenverschleiß zeigt.
- Ein klemmendes Thermostat, sodass der Motor nie richtig warm wird und dauerhaft fett läuft.
- Beim Diesel ein Partikelfilter, der wegen Kurzstrecken ständig zu regenerieren versucht.
Das Thermostat verdient Erwähnung, weil es kaum ein anderes Symptom erzeugt als eine etwas zu niedrig stehende Temperaturanzeige und eine Heizung, die nie richtig heiß wird. Viele leben jahrelang damit und akzeptieren den Mehrverbrauch.
Verbrauch und die Motorkontrollleuchte
Eine dauerhaft leuchtende Motorkontrollleuchte zusammen mit schlechterem Verbrauch ist eine aussagekräftige Kombination, denn viele der Sensorfehler, die den Verbrauch verschlechtern, sind genau das, wofür die Leuchte existiert.
Das Fahrzeug hat den Code längst gespeichert. Auslesen dauert Minuten und macht aus Raten eine konkrete Antwort, was ein deutlich besserer Ausgangspunkt ist, als Teile nach Preis zu tauschen.
Was realistisch zurückzuholen ist
Diesel und Elektroauto haben eigene Varianten
Die Liste oben ist für einen Benziner geschrieben, und die beiden anderen Antriebe versagen auf ihre eigene Weise.
Beim Diesel ist die häufigste Ursache für allmählich steigenden Verbrauch ein Partikelfilter, der zu oft zu regenerieren versucht. Die Regeneration verbrennt eingelagerten Ruß und braucht dafür eine längere Fahrt auf Temperatur. Ein Fahrzeug mit vielen Kurzstrecken startet den Vorgang immer wieder und bricht ihn immer wieder ab, was jedes Mal zusätzlichen Kraftstoff kostet und nichts erreicht. Die Abhilfe ist meist ein anderes Fahrprofil und kein Ersatzteil.
Beim Elektroauto erscheint dieselbe Frage als sinkende Reichweite, und die Ursachen ähneln sich: zu weiche Reifen, Zuladung, ein Dachträger, Kälte und mehr Kurzstrecken. Der Unterschied ist, dass die Innenraumheizung einen viel größeren Anteil am Gesamtverbrauch hat, weshalb ein kalter Winter die Reichweite stärker trifft als er den Verbrauch eines Verbrenners trifft. Das Vorklimatisieren am Kabel ist dort das Gegenstück zum abgenommenen Dachträger, und es kostet nichts.
Fairerweise zum Spritverbrauch: Korrekter Reifendruck, entfernte Dachbox und ein sauberer Luftfilter bringen eine echte Verbesserung, und es sind die günstigsten Prozente, die Sie je kaufen.
Was nichts davon schafft, ist das Erreichen der Werksangaben, die unter genormten Bedingungen entstehen, die keine reale Fahrt reproduziert. Der Vergleich mit dem eigenen früheren Durchschnitt ist aussagekräftig. Der Vergleich mit dem Prospekt ist es nicht.
Und wenn der Spritverbrauch sprunghaft statt allmählich gestiegen ist, ist das etwas anderes. Ein plötzlicher Sprung hat ein Datum und meist eine konkrete Ursache, und das ist deutlich leichter zu finden als eine langsame Drift aus fünf Kleinigkeiten.
Häufige Fragen
Warum ist mein Spritverbrauch gestiegen?
Meist mehrere Kleinigkeiten zugleich: zu weiche Reifen, ein montiert gebliebener Dachträger, zusätzliches Gewicht, ein zugesetzter Luftfilter, kälteres Wetter oder eine Verschiebung hin zu kürzeren Strecken. Jede kostet ein paar Prozent, zusammen fällt es auf.
Beeinflusst der Reifendruck den Verbrauch wirklich?
Ja, und es ist die häufigste einzelne Ursache. Ein zu weicher Reifen verformt sich beim Abrollen stärker und verschwendet dabei Energie. Der Druck sinkt über Monate, ohne dass der Reifen platt aussieht, weshalb es unbemerkt bleibt.
Kostet eine Dachbox viel Kraftstoff?
Mehr als die meisten erwarten, besonders bei Autobahntempo, wo der Luftwiderstand dominiert. Ein leerer Träger kostet fast so viel wie ein beladener, weshalb es sich lohnt, ihn zwischen den Fahrten abzunehmen.
Kann ein Defekt ohne Warnleuchte den Verbrauch erhöhen?
Ja. Das klassische Beispiel ist ein klemmendes Thermostat: Der Motor wird nie richtig warm und läuft dauerhaft fett, ohne Leuchte und ohne anderes Symptom außer einer Heizung, die nicht richtig heiß wird.
Wie messe ich meinen echten Verbrauch?
Bis zum ersten Abschalten volltanken, Kilometerstand notieren, eine Tankfüllung normal fahren, wieder volltanken und rechnen. Machen Sie es über zwei Füllungen, denn eine einzelne kann durch eine ungewöhnliche Woche verzerrt sein.
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