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Gebrauchtwagen kaufen: Worauf achten, in welcher Reihenfolge

Gebrauchtwagen kaufen und worauf achten ist vor allem eine Frage der Reihenfolge. Zuerst das Teure, dann der Lack, nicht umgekehrt.

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Ein gebrauchter Wagen steht auf einem sauberen Platz im Tageslicht

Wer einen Gebrauchtwagen kaufen will, findet vor allem Checklisten: lang und ohne Reihenfolge. Deshalb fahren Leute hin, sehen sich den Lack an, setzen sich hinein und fahren wieder weg, ohne etwas geprüft zu haben, was Geld kostet.

Gebrauchtwagen kaufen und worauf achten ist in Wahrheit eine Frage der Reihenfolge. Die unten setzt das Teure und schwer Reparierbare nach vorne, solange Sie noch gehen können, und lässt das Kosmetische ganz zum Schluss, wo es hingehört.

Vor der Anfahrt: Papiere, und zwar vollständig

Lassen Sie sich Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II, das Scheckheft und den letzten HU-Bericht zeigen, bevor Sie losfahren. Wer sie vorher nicht liefert, liefert sie in der eigenen Einfahrt erst recht nicht.

Prüfen Sie, ob der Name des Verkäufers zu Teil II passt und ob die Kilometerstände in den Unterlagen plausibel steigen. Ein Stand, der zurückspringt, oder ein Jahr fast ohne Laufleistung bei einem Fahrzeug, das sonst zwölftausend Kilometer macht, ist eine Frage und keine Anschuldigung. Die Antwort sagt Ihnen einiges.

Der HU-Bericht ist dabei unterschätzt. Er nennt nicht nur bestanden oder nicht, sondern die festgestellten Mängel, und ein Bericht mit mehreren geringen Mängeln beschreibt ein Fahrzeug ziemlich genau.

Früh da sein und den Motor kalt starten

Bitten Sie darum, das Fahrzeug vor dem ersten Start zu sehen, und seien Sie früh genug da, dass es niemand für Sie warmgefahren hat.

Ein Kaltstart zeigt, was ein warmer verbirgt: Rauch beim ersten Zünden, ein Rasseln, das mit dem Öldruck verschwindet, eine Batterie, die sich quält. Ist der Motor bei Ihrer Ankunft bereits warm, obwohl das Fahrzeug angeblich stand, ist das eine Beobachtung und kein Zufall.

Unten und hinten schauen, nicht auf den Lack

Die teuren Mängel sind strukturell und verstecken sich dort, wo niemand fotografiert.

  • In die Hocke gehen und im Tageslicht an beiden Seiten entlangschauen. Wellen in der Spiegelung bedeuten Blecharbeit.
  • Kofferraum öffnen, Teppich anheben, Reserveradmulde auf Rost, Wasser und Faltenbildung prüfen.
  • Innenkotflügel unter der Haube und die Schweller hinter den Vorderrädern ansehen, dort beginnt Korrosion.
  • Spaltmaße auf beiden Seiten vergleichen und prüfen, ob die Schrauben der Kotflügel bewegt wurden.
  • Die Reifen ansehen: verschiedene Marken, ungleicher Verschleiß über die Breite oder vier verschiedene DOT-Daten sprechen für Vernachlässigung oder für etwas, das Reifen frisst.

Keiner dieser Punkte beweist für sich etwas. Zusammen ergeben sie ein Bild, und das Bild stimmt meistens.

Flüssigkeiten und Motorraum in zwei Minuten

Sie diagnostizieren hier keinen Motor, Sie suchen nur das Offensichtliche.

Ölmessstab ziehen: Öl sollte vorhanden und nicht körnig sein. Kühlmittel ansehen: gefärbt und klar statt braun oder ölig. Auf krustige Rückstände an Schlauchverbindungen achten und auf einen Ölfilm auf dem Block, der lange genug lief, um Schmutz zu binden.

Dann die Unterseite des Öleinfülldeckels. Eine dicke helle Emulsion kann bei einem Kurzstreckenfahrzeug schlicht Kondenswasser sein und ebenso etwas Ernstes, und genau deshalb ist es eine Frage an den Verkäufer und kein Urteil in der Einfahrt.

Die Probefahrt, und was dabei zu tun ist

Fahren Sie richtig, nicht einmal um den Block. Sie brauchen verschiedene Geschwindigkeiten, eine schlechte Fahrbahn, Bremsungen und mindestens einmal vollen Lenkeinschlag.

Radio aus, Fenster auf: Achten Sie auf ein Brummen, das mit der Geschwindigkeit steigt, auf Vibrationen bei Autobahntempo und auf Rubbeln beim Bremsen. Beim Schaltgetriebe im dritten Gang aus niedriger Drehzahl beschleunigen, um zu spüren, ob die Kupplung sauber greift. Bei einer Automatik darauf achten, ob die Schaltvorgänge im kalten Zustand ruckeln.

Bremsen Sie einmal kräftig, an einer sicheren Stelle mit freier Strecke dahinter. Das Fahrzeug sollte geradeaus stehen bleiben, ohne zu ziehen, und das Pedal sollte fest wirken statt lang.

Prüfen Sie, ob alle Kontrollleuchten beim Einschalten der Zündung angehen und nach dem Start erlöschen. Eine Lampe, die nie leuchtet, wurde häufiger entfernt als repariert.

Die Fragen, die man laut stellen sollte

Ein Teil der nützlichsten Information entsteht dadurch, dass Sie direkt fragen und darauf achten, wie geantwortet wird.

  • Warum wird das Fahrzeug verkauft?
  • Was ist während Ihrer Besitzzeit kaputtgegangen?
  • Wann wurden Reifen, Bremsen, Batterie und gegebenenfalls der Zahnriemen zuletzt gemacht?
  • Gab es einen Unfall, auch einen kleinen?
  • Was würden Sie wissen wollen, wenn Sie das Auto kaufen würden?

Die letzte ist die aufschlussreichste. Ein ehrlicher Verkäufer nennt meist von sich aus eine Kleinigkeit, und wer bei einem Fahrzeug mit einigen Jahren auf dem Buckel gar nichts zu sagen hat, hatte entweder ungewöhnliches Glück oder sagt es Ihnen nicht.

Was Sie mit dem Ergebnis machen

Wer einen Gebrauchtwagen kaufen will, sollte damit rechnen, dass fast jeder etwas hat. Die Frage ist nicht, ob Sie Mängel finden, sondern ob es die Sorte ist, die den Preis verändert, oder die Sorte, die Ihre Meinung verändert.

Reifen, Bremsen und Batterie sind Verschleißteile mit bekannten Kosten, über die man legitim verhandelt. Korrosion an tragenden Teilen, Hinweise auf eine Unfallinstandsetzung, eine Historie, die nicht aufgeht, oder ein Motor, der nicht stimmt, sind Gründe zu gehen statt zu feilschen.

Wenn Ihnen das Fahrzeug gefällt und Sie unsicher sind, kostet ein Gebrauchtwagen-Check bei einer Prüforganisation einen Bruchteil eines Fehlkaufs, und ein Verkäufer ohne etwas zu verbergen hat nichts dagegen. Ein Nein an dieser Stelle ist selbst eine Antwort.

Häufige Fragen

Worauf sollte man beim Gebrauchtwagenkauf zuerst achten?

Auf die Papiere, vor der Anfahrt: Zulassungsbescheinigung Teil I und II, Scheckheft und der letzte HU-Bericht, mit passendem Verkäufernamen und plausibel steigenden Kilometerständen. Danach das Fahrzeug kalt sehen, bevor es jemand warmgefahren hat.

Wie wichtig ist ein lückenloses Scheckheft?

Es ist ein Nachweis, keine Garantie. Es zeigt, dass planmäßig gewartet wurde, und dokumentiert, was ersetzt wurde, was jetzt nützt und beim Weiterverkauf Geld wert ist. Wie das Fahrzeug zwischen den Terminen gefahren wurde, sagt es nicht.

Ist eine hohe Laufleistung immer schlecht?

Nein. Wie die Kilometer entstanden sind, zählt mehr als wie viele. Autobahnkilometer sind schonend gegenüber vielen kalten Kurzstrecken, weshalb ein Vielfahrerfahrzeug mit lückenloser Historie besser dastehen kann als ein wenig gefahrenes.

Lohnt sich ein Gebrauchtwagen-Check?

Bei einem Fahrzeug, das Ihnen sonst gefällt, kostet er einen Bruchteil eines Fehlkaufs. Aufschlussreicher ist oft die Reaktion des Verkäufers: Wer nichts zu verbergen hat, stimmt zu, und eine Ablehnung ist für sich genommen eine Antwort.

Wann sollte man vom Kauf zurücktreten?

Bei Korrosion an tragenden Teilen, Hinweisen auf eine verschwiegene Unfallinstandsetzung, einer Kilometer- oder Papierhistorie, die nicht aufgeht, und einem Motor, der kalt nicht sauber läuft oder raucht. Reifen und Bremsen sind dagegen nur einzupreisen.

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