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Fahren im Schnee: Die Technik, die wirklich hilft
Fahren im Schnee ist weniger eine Frage des Könnens als der Sanftheit. Was hilft, was nicht, und was Allrad nachweislich nicht kann.
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Fast alles, was auf Schnee schiefgeht, entsteht dadurch, dass man von den Reifen zwei Dinge gleichzeitig verlangt oder eines davon plötzlich.
Fahren im Schnee ist deshalb weniger eine Frage von Können als von Sanftheit und Vorausschau. Die Techniken sind einfach, an ein oder zwei Stellen unlogisch, und sie helfen deutlich mehr als Selbstvertrauen.
Das Prinzip hinter allem
Beim Fahren im Schnee hat ein Reifen eine begrenzte Menge Haftung, die er zwischen Beschleunigen, Bremsen und Lenken aufteilen muss. Auf trockenem Asphalt reicht sie reichlich. Auf Schnee ist sie knapp, und wer zwei Dinge gleichzeitig verlangt, verbraucht sie.
Deshalb läuft fast jeder Winterfahrtipp auf dieselbe Anweisung hinaus: eines nach dem anderen, und sanft. Vor der Kurve bremsen und nicht in ihr, das Lenkrad geraderichten, bevor Sie beschleunigen, und Bremsen und starkes Lenken nicht kombinieren.
Anfahren
Durchdrehende Räder sind nicht nur wirkungslos, sie machen es aktiv schlimmer, weil sie den Schnee unter dem Reifen zu Eis polieren.
- So wenig Gas wie möglich, und rechnen Sie damit, dass sich das absurd zaghaft anfühlt.
- Beim Schaltgetriebe im zweiten Gang anfahren, was das Drehmoment am Rad reduziert und oft dort funktioniert, wo der erste versagt.
- Viele Automatikfahrzeuge haben einen Winter- oder Schneemodus, der genau das tut. Benutzen Sie ihn.
- Drehen die Räder durch, aufhören und sanfter neu ansetzen statt kräftiger.
- Vorsichtiges Vor- und Zurückwiegen kann aus einer Spurrille helfen, aber aufhören, bevor daraus Durchdrehen wird.
Der Reflex, mehr Gas zu geben, wenn nichts passiert, ist jedes Mal der falsche und verwandelt eine Verzögerung von fünf Minuten in ein feststeckendes Fahrzeug.
Bremsen
Bremswege auf Schnee und Eis sind dramatisch länger als auf nasser Fahrbahn, und der Abstand ist das Wertvollste, was Sie mitbringen.
Lassen Sie deutlich mehr Platz, als sich nötig anfühlt, und denken Sie in Zeit statt in Metern. Bremsen Sie früh, sanft und gleichmäßig, und verzögern Sie nach Möglichkeit durch Gaswegnehmen und Motorbremse, statt überhaupt die Bremse zu benutzen.
Wenn Sie mit ABS wirklich stark bremsen müssen, treten Sie fest und halten Sie. Das Pedal vibriert und knirscht, und das ist das System bei der Arbeit und kein Fehler. Nicht pumpen, das hebelt es aus.
Was ABS kann und was nicht, ist wichtig: Es hält die Räder drehend, damit Sie beim Bremsen noch lenken können, was wirklich wertvoll ist. Es verkürzt den Bremsweg auf Schnee nicht und kann ihn sogar verlängern, ersetzt also keinen Abstand.
Kurven, Steigung und Gefälle
Drei Situationen, in denen das Prinzip konkret wird.
In Kurven passiert das gesamte Verzögern vor dem Einlenken. Fahren Sie langsamer hinein als nötig erscheint, halten Sie die Lenkbewegungen klein und gleichmäßig, und beschleunigen Sie erst, wenn das Lenkrad zurückkommt.
Bergauf holen Sie sich Schwung vor der Steigung und vermeiden dort möglichst Schalten oder Gaswegnehmen, weil beides die vorhandene Traktion unterbricht. Halten Sie großen Abstand, damit Sie nicht am Hang anhalten müssen, denn dort wieder anzufahren ist der schwierige Teil.
Bergab wählen Sie den niedrigen Gang vor dem Gefälle und lassen den Motor die Geschwindigkeit halten. Auf einer rutschigen Abfahrt zu bremsen ist eine deutlich schlechtere Ausgangslage, als langsam anzukommen.
Wenn es doch rutscht
Alle richtigen Reaktionen bestehen darin, die Anforderung wegzunehmen, statt eine Korrektur hinzuzufügen.
- Sanft vom Gas gehen, nicht abrupt, weil das Gewicht verlagert und es verschlimmern kann.
- Nicht kräftig bremsen, denn das fügt eine Anforderung hinzu, die die Reifen nicht erfüllen können.
- Dorthin schauen, wo Sie hinwollen, nicht auf das, was Sie vermeiden möchten. Die Hände folgen den Augen.
- Bricht das Heck aus, sanft in die Richtung gegenlenken, in die es rutscht, und zurücknehmen, wenn es sich fängt.
- Schiebt die Front geradeaus, hilft Gaswegnehmen und leichtes Geraderichten mehr als mehr Lenkeinschlag.
Der häufigste Fehler ist mehr Lenkeinschlag. Ein Reifen, der die Haftung verloren hat, bekommt sie nicht dadurch zurück, dass man weiter einschlägt, und der zusätzliche Winkel wird zum Problem, sobald sie zurückkommt.
Reifen gegen Allrad
Diesen Unterschied sollte man deutlich aussprechen, weil das Vertrauen, das er erzeugt, tatsächlich zu Unfällen führt.
Allrad hilft beim Beschleunigen. Er bringt die Kraft über vier statt zwei Aufstandsflächen auf die Straße, was beim Anfahren und am Berg wirklich nützt. Beim Anhalten und beim Lenken hilft er überhaupt nicht, denn beides nutzt alle vier Räder, unabhängig davon, welche angetrieben werden.
Winterreifen helfen bei allen dreien. Die Mischung bleibt bei niedrigen Temperaturen weich, wo eine Sommermischung verhärtet, und das Profil ist darauf ausgelegt, sich im Schnee zu verzahnen. Ein Fahrzeug mit Frontantrieb auf Winterreifen bremst und lenkt besser als ein Allradfahrzeug auf Sommerreifen, und zwar deutlich.
Wenn Sie sich für eines entscheiden müssen, entscheiden Sie sich für die Reifen.
Bevor Sie losfahren
Fahren im Schnee beginnt vor der Abfahrt: alle Scheiben, Spiegel, Leuchten und das Dach freiräumen, nicht nur ein Guckloch. Schnee auf dem Dach rutscht beim ersten kräftigen Bremsen auf die Frontscheibe, also genau dann, wenn Sie ihn am wenigsten gebrauchen können.
Und geben Sie sich mehr Zeit, als die Fahrt braucht. Fast jeder Winterfehler wird von jemandem gemacht, der spät dran ist, und Zeit ist das Einzige auf dieser Seite, das nichts kostet und bei allem hilft.
Häufige Fragen
Wie fahre ich im Schnee an, ohne durchzudrehen?
Mit so wenig Gas wie möglich, und beim Schaltgetriebe im zweiten Gang, was das Drehmoment am Rad reduziert. Viele Automatikfahrzeuge haben einen Winter- oder Schneemodus mit derselben Wirkung. Drehen die Räder durch, sanfter neu ansetzen statt kräftiger.
Wie bremse ich auf Eis richtig?
Früh, sanft und geradeaus, mit deutlich mehr Abstand als gewohnt. Wo möglich durch Gaswegnehmen und Motorbremse verzögern. Muss es mit ABS stark sein, fest treten und halten statt zu pumpen.
Hilft Allrad bei Schnee?
Beim Anfahren und am Berg ja. Beim Anhalten und Lenken nicht, denn beides nutzt alle vier Räder unabhängig vom Antrieb. Ein Fronttriebler auf Winterreifen bremst und lenkt deutlich besser als ein Allradfahrzeug auf Sommerreifen.
Was tun, wenn das Auto rutscht?
Sanft vom Gas, nicht kräftig bremsen, und dorthin schauen, wo Sie hinwollen. Bricht das Heck aus, sanft in die Rutschrichtung gegenlenken und zurücknehmen, wenn es sich fängt. Mehr Lenkeinschlag ist der häufigste Fehler.
Wie fahre ich eine Steigung im Schnee hinauf?
Mit Schwung vor der Steigung und ohne dort zu schalten oder vom Gas zu gehen, weil beides die Traktion unterbricht. Großer Abstand nach vorne, damit Sie nicht am Hang anhalten müssen, denn dort wieder anzufahren ist der schwierige Teil.
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