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Wallbox zu Hause: Was sie bringt und was sie kostet
Eine Wallbox lädt schneller als die Steckdose, doch der eigentliche Gewinn liegt woanders: beim Strompreis und daran, dass Sie nie wieder tanken fahren.
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Die meisten Menschen, die vom Verbrenner umsteigen, denken beim Laden zuerst an Reichweite und an die Ladesäule an der Autobahn. In der Praxis findet der Alltag woanders statt: zu Hause, über Nacht, an einer Wallbox.
Wer eine Wallbox hat, tankt praktisch nie wieder. Das Auto steht ohnehin, und morgens ist es voll. Was diese Kiste an der Wand kostet, wer sie anschließen darf und was sie tatsächlich einspart, ist deshalb die eigentliche Frage.
Wallbox gegen Steckdose, in Zahlen
Eine normale Schutzkontaktsteckdose liefert dauerhaft etwa 2,3 Kilowatt. Eine Wallbox liefert je nach Ausführung und Hausanschluss 11 Kilowatt, gelegentlich 22.
Für einen Akku mit 60 Kilowattstunden bedeutet das grob folgendes:
- Steckdose, von nahezu leer auf voll: rund einen Tag.
- Wallbox mit 11 Kilowatt: etwa fünf bis sechs Stunden.
- Der übliche Alltag, also 20 bis 30 Prozent nachladen: an der Wallbox anderthalb Stunden, an der Steckdose eine halbe Nacht.
Der letzte Punkt zeigt, worum es wirklich geht. Kaum jemand lädt von leer auf voll. Entscheidend ist, ob eine normale Nacht reicht, und das tut sie in beiden Fällen. Der Unterschied wird an den Tagen spürbar, an denen Sie zweimal fahren.
Warum die Dauerlösung keine Steckdose ist
Gelegentlich am mitgelieferten Notladekabel zu laden ist in Ordnung. Als tägliche Lösung ist eine Haushaltssteckdose dafür nicht gebaut.
Sie ist für kurze hohe Lasten ausgelegt, nicht für zwölf Stunden nahe an ihrer Grenze. Alte Leitungen, lose Klemmen und Mehrfachsteckdosen werden dabei warm, und genau daher kommen die Bilder von verschmorten Steckdosen, die man gelegentlich sieht. Verlängerungen und Kabeltrommeln sind aus demselben Grund tabu.
Eine Wallbox ist fest angeschlossen, hat eine eigene abgesicherte Leitung, einen Fehlerstromschutz für Gleichfehlerströme und kommuniziert mit dem Fahrzeug über den Ladestrom. Das ist der Unterschied, nicht nur das Tempo.
Kosten, Anschluss und Anmeldung
Die Wallbox selbst liegt meist im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich, gelegentlich darüber, wenn sie Lastmanagement, Eichrecht oder Anbindung an eine Photovoltaikanlage mitbringt.
Den größeren und schwerer vorhersehbaren Teil macht die Installation aus. Sie hängt an der Entfernung zum Zählerschrank, am Zustand der Unterverteilung und daran, ob gestemmt werden muss. Deshalb sind Ferndiagnosen wertlos und ein Vor-Ort-Termin vor dem Angebot das Übliche.
Anschließen darf das ein eingetragener Elektrofachbetrieb. Der meldet die Wallbox in der Regel auch beim Netzbetreiber an, denn Ladeeinrichtungen sind anmeldepflichtig, und oberhalb von 12 Kilowatt Anschlussleistung kommt eine Genehmigung dazu. Aus diesem Grund werden viele Boxen bewusst auf 11 Kilowatt gesetzt: es bleibt bei der Anmeldung.
Fördermittel gibt es je nach Bundesland, Kommune oder Stadtwerk und sie ändern sich häufig. Prüfen Sie das vor dem Auftrag, denn viele Programme verlangen die Zusage vor Beginn der Arbeiten.
Mietwohnung, Eigentum und Tiefgarage
Diese Frage kommt fast immer, und die Antwort ist besser als ihr Ruf. Seit 2020 haben sowohl Mieter als auch Wohnungseigentümer in Deutschland grundsätzlich einen Anspruch darauf, den Einbau einer Ladeeinrichtung zu verlangen.
Der Vermieter oder die Eigentümergemeinschaft kann also nicht einfach nein sagen, wohl aber über die Ausführung mitbestimmen, und die Kosten trägt in der Regel derjenige, der die Wallbox möchte. Bei mehreren Parteien in einer Tiefgarage läuft es fast immer auf eine gemeinsame Lösung mit Lastmanagement hinaus, weil der Hausanschluss sonst nicht reicht.
Praktisch heißt das: früh fragen, schriftlich, und einen Fachbetrieb ein Konzept für das ganze Haus vorschlagen lassen statt nur für den eigenen Stellplatz. Das nimmt der Diskussion die Schärfe.
Wo das Geld tatsächlich gespart wird
Nicht die Ladegeschwindigkeit spart, sondern der Preis pro Kilowattstunde. Haushaltsstrom liegt deutlich unter dem, was Schnellladen unterwegs kostet, und dieser Abstand ist der eigentliche Grund für die Wallbox.
Zwei Dinge vergrößern ihn weiter. Erstens Tarife, die nachts günstiger sind, kombiniert mit einer Zeitsteuerung in der Wallbox oder im Fahrzeug. Zweitens eine Photovoltaikanlage, bei der überschüssiger Strom ins Auto statt ins Netz geht, wofür die Box den Überschuss erkennen können muss.
Dazu kommt eine Regelung, die viele erst hinterher entdecken: Wer seine Ladeeinrichtung als steuerbare Verbrauchseinrichtung anmeldet, bekommt reduzierte Netzentgelte und akzeptiert im Gegenzug, dass der Netzbetreiber die Leistung in seltenen Fällen kurzzeitig drosseln darf. Für Fahrzeuge, die über Nacht stehen, ist das meist ein guter Tausch.
Was vor dem Angebot geklärt gehört
- Wie weit ist der Stellplatz vom Zählerschrank entfernt, und wie wird die Leitung geführt?
- Reicht die Unterverteilung, oder muss sie erweitert werden?
- 11 oder 22 Kilowatt, und ist Ihnen der Genehmigungsaufwand oberhalb von 12 bewusst?
- Braucht die Wallbox Lastmanagement, weil noch Wärmepumpe oder Durchlauferhitzer am selben Anschluss hängen?
- Soll sie Photovoltaik-Überschuss laden können, und kann sie das wirklich oder nur mit Zusatzmodul?
- Enthält das Angebot Anmeldung beim Netzbetreiber und Dokumentation, oder ist das extra?
Die letzten beiden Punkte trennen vergleichbare Angebote am zuverlässigsten. Zwei Preise für eine Wallbox sagen wenig, solange nicht klar ist, ob beide dasselbe beinhalten.
Häufige Fragen
Was kostet eine Wallbox mit Einbau?
Die Box selbst liegt meist im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich. Die Installation schwankt stark und hängt an der Entfernung zum Zählerschrank, am Zustand der Unterverteilung und daran, ob gestemmt werden muss. Ein Vor-Ort-Termin vor dem Angebot ist deshalb üblich.
Kann ich mein Elektroauto an der normalen Steckdose laden?
Gelegentlich ja, mit dem mitgelieferten Notladekabel und ohne Verlängerung oder Kabeltrommel. Als tägliche Lösung ist eine Haushaltssteckdose nicht dafür gebaut, weil sie über viele Stunden nahe an ihrer Grenze arbeitet und alte Leitungen oder lose Klemmen dabei warm werden.
Muss eine Wallbox angemeldet werden?
Ja, Ladeeinrichtungen sind beim Netzbetreiber anmeldepflichtig, und oberhalb von 12 Kilowatt Anschlussleistung kommt eine Genehmigung dazu. Deshalb werden viele Boxen bewusst auf 11 Kilowatt gesetzt. Der Elektrofachbetrieb übernimmt die Anmeldung in der Regel mit.
Darf ich in einer Mietwohnung laden?
Seit 2020 haben Mieter und Wohnungseigentümer in Deutschland grundsätzlich einen Anspruch darauf, den Einbau einer Ladeeinrichtung zu verlangen. Über die Ausführung darf mitbestimmt werden, und die Kosten trägt in der Regel derjenige, der laden möchte.
Wie lange lädt ein Auto an 11 Kilowatt?
Ein Akku mit 60 Kilowattstunden braucht von nahezu leer auf voll etwa fünf bis sechs Stunden. Der übliche Alltag sind aber 20 bis 30 Prozent nachladen, und das dauert rund anderthalb Stunden. Für eine Nacht reicht beides bequem.
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