Wann sollten Sie Ihre Reifen wechseln?
Reifen sind oft schon verschlissen, bevor man es ihnen ansieht. Das sind die fünf Anzeichen, dass es Zeit ist, wie Sie die Profiltiefe in unter einer Minute prüfen und was das Gesetz verlangt.
Profil an oder nahe der gesetzlichen Grenze
Unter dem gesetzlichen Minimum von 1,6 mm drohen Bußgeld und Ärger mit der Versicherung, und der Reifen hat kaum noch Nassgrip. Planen Sie den Wechsel ab 3 mm.
Risse, Beulen oder Schnitte
Eine Beule in der Flanke bedeutet, dass die innere Struktur versagt hat und der Reifen ohne Vorwarnung platzen kann. Rissiges, poröses Gummi ist Altersschaden. Beides heißt Austausch, nicht Reparatur.
Ungleichmäßiger Verschleiß
Eine abgefahrene Schulter oder sägezahnartige Kanten deuten meist auf Spur- oder Fahrwerksprobleme. Reifen ersetzen und die Ursache beheben lassen, sonst verschleißt der neue genauso.
Vibrationen, Ziehen oder Geräusche
Neues Zittern im Lenkrad, konstantes Ziehen zur Seite oder ein mit dem Tempo lauter werdendes Brummen können auf einen defekten Reifen hindeuten. Vor längeren Fahrten prüfen lassen.
Wiederholte Pannen oder alte Reparaturen
Ein Reifen darf nur im mittleren Laufflächenbereich und nur begrenzt oft repariert werden. Schäden an oder nahe der Flanke oder Fahren ohne Luft bedeuten Austausch.
Profiltiefe in unter einer Minute prüfen
Das gesetzliche Minimum in Europa beträgt 1,6 mm auf den mittleren drei Vierteln der Lauffläche, rundum. Nutzen Sie einen Profiltiefenmesser oder die in jede Rille eingegossenen Verschleißindikatoren: Liegt das Profil bündig mit dem Indikator, ist die Grenze erreicht. Prüfen Sie alle vier Reifen sowie beide Schultern und die Mitte, denn ungleichmäßiger Verschleiß kann eine Schulter unter die Grenze bringen, während die Mitte noch gut aussieht.
Sicherheitsorganisationen empfehlen den Wechsel bei 3 mm, nicht erst bei 1,6 mm: Der Bremsweg bei Nässe wächst unter 3 mm stark an.
Reifen altern auch ohne Nutzung
Gummi härtet aus und reißt mit dem Alter, unabhängig von der Laufleistung. Lassen Sie Reifen ab fünf Jahren jährlich prüfen und ersetzen Sie sie nach zehn Jahren, auch bei gutem Profil, Ersatzrad eingeschlossen. Der vierstellige DOT-Code auf der Flanke zeigt Woche und Jahr der Herstellung: 2523 heißt Woche 25 von 2023.
Häufige Fragen
Wie lange halten Reifen?
Je nach Reifen, Auto und Fahrstil typischerweise 30.000 bis 60.000 km, und unabhängig von der Laufleistung höchstens zehn Jahre. Vorderreifen bei Frontantrieb verschleißen am schnellsten.
Sollte man Reifen paarweise wechseln?
Wechseln Sie achsweise paarweise, sobald der verbleibende Reifen deutlich abgefahren ist, damit der Grip links und rechts ausgeglichen ist. Das neuere Paar gehört für die Stabilität auf die Hinterachse.
Darf man Reifenmarken mischen?
Verschiedene Marken zwischen den Achsen sind erlaubt und üblich. Vermeiden Sie Mischungen auf derselben Achse und mischen Sie nie Bauarten auf einer Achse. Am wichtigsten ist die originale Größe mit Last- und Geschwindigkeitsindex.
Müssen alle vier Reifen gleichzeitig gewechselt werden?
Meist nicht. Die Ausnahme sind viele Allradfahrzeuge: Große Verschleißunterschiede zwischen den Achsen können den Antriebsstrang belasten. Prüfen Sie das Handbuch, bevor Sie weniger als vier wechseln.
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